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Rechtschreibung und Schreibweise

Nachfolgend ein paar persönliche Anmerkungen zu Rechtschreibung und Schreibweise allgemeiner Art, aber auch im Hinblick auf Rechtschreibung und Schreibweise auf diesen (und allen meinen anderen) Seiten:

Traditionelle oder Neue Rechtschreibung?

Ich verwende absichtlich einige Regeln der traditionellen Rechtschreibung (um nur einige zu nennen: Nutzung des scharfen ß, Vermeidung dreier aufeinander folgender Mitlaute). Das sind also keine Schreibfehler. Ich bin weder Schüler noch Lehrer noch Wikipedia-Editor und deshalb nicht gezwungen, die Neue Rechtschreibung anzuwenden. Belehrungen wären bei mir ebenso zwecklos wie unerwünscht.

Oberstes Ziel geschriebener Sprache ist für mich die leichte Lesbarkeit des Textes für andere. Wer seine Leser mit Messergebnissen (Neue Rechtschreibung) beglückt, läßt sie ins offene Messer rennen. Meßergebnisse (traditionelle Rechtschreibung) lesen sich leichter :-)

Wo ich die neuen Regeln für sinnvoll halte (etwa die Großschreibung bei Substantivierung, die eingedeutschte Schreibweise gebräuchlicher Fremdwörter), habe ich sie übernommen.

Generische statt geschlechtsspezifische Bezeichnungen

Im Regelfall verzichte ich wegen der besseren Lesbarkeit auf gesonderte geschlechtsspezifische Bezeichnungen. Kein Grund für Frauen, sich dadurch benachteiligt zu fühlen, denn die männliche Form (zum Beispiel Feministen) ist oft die generische Bezeichnung und schließt auch Frauen ein, auf die die Bezeichnung zutrifft (in diesem Fall also Feministinnen).

In unserer Muttersprache, oft auch von Vätern gesprochen, gibt es zur ausgleichenden Gerechtigkeit Fälle, in denen weibliche Bezeichnungen auch für Männer gelten: Wenn ein Mann einen Bruder und zwei Schwestern hat, hat er drei Geschwister. Ihn selbst mit eingerechnet sind es vier Geschwister: zwei männliche und zwei weibliche.

Ohne scharfes ß kein Bier im Maßkrug!

Im Nachbarland Schweiz ist das scharfe ß schon seit längerer Zeit völlig abgeschafft, weshalb es bei den Eidgenossen leider keine Maßkrüge gibt. Wer einen ein-Liter-Bierdurst hat, kann sich dort aber zwei Chübel (je 0,5 Liter) oder drei Stangen (je 0,3 l) gleichzeitig bestellen. Für Frauen, egal ob Feministen oder nicht, ist es vermutlich schicklicher, sich fünf Hergöttli (je 0,2 l) kommen zu lassen ;-)

Wir hier in Deutschland sollten aufpassen, daß die nächste Rechtschreibreform das scharfe ß nicht ganz vernichtet. Dann gäbe es auch bei uns keine Maßkrüge mehr: ein großer Verlust an Trinkkultur!

Den Reformern wäre das gleichgültig, denn diese Kulturbanausen schlucken Bier aus Blechbüchsen. Und wenn sie den Umlaut ü endlich auch noch abgeschafft haben, werden sie ihr Bier aus Dosen trinken. Den Buchstaben ü gäb's danach nur noch auf Tuerkisch ;-)

Schriftart Verdana und die Anführungszeichen

Ein bißchen Spaß muß sein (mit drei scharfen ß) trällerte einst vor der Rechtschreibreform Roberto Blanco, ein stimmgewaltiger badener Barde.

Das Zitat dient hier nur als Beispiel für die Darstellung der An- und Abführungszeichen (Gänsefüßchen). Die im Deutschen richtige Darstellung wäre eigentlich: Anführungszeichen unten im Format 99, Abführungszeichen oben im Format 66, beide jeweils von unten links nach oben rechts geneigt.

Die weit verbreitete Schriftart Verdana, die auch ich wegen der guten Bildschirm-Lesbarkeit an erster Stelle verwende, ist fehlerhaft: ihr standardmäßiges Abführungszeichen (also das rechte Zeichen) ist von oben links nach unten rechts geneigt und somit falsch.

Mit keinem Trick der Welt läßt sich der Schriftart Verdana ein richtiges Abführungszeichen (also das Zeichen rechts nach dem Zitat) abringen. Was ich hier ersatzweise mache, ist nur eine Notlösung, um wenigstens eine Neigung von unten links nach oben rechts zu erreichen. Das Zeichen wird aber leider nicht im richtigen Format 66, sondern falsch als 99 dargestellt.

Wer als Webmaster auf eine richtige Darstellung besonderen Wert legt, müßte also auf die Schriftart Verdana verzichten und stattdessen Schriften wie Arial oder sans-serif oder Trebuchet MS verwenden. Diese Schriftarten erzeugen jedoch ein schmaleres Schriftbild und sind deswegen am Bildschirm schlechter lesbar.

Silbentrennung per CSS-Regel

Daß ich privat die Silbentrennung nach der traditionellen Rechtschreibung bevorzuge, sei nur am Rande erwähnt. Bei Webseiten aber weiß der Verfasser nie, welche Wörter wo getrennt werden müßten, weil die Darstellung von der Auflösung, der eingestellten Fenstergröße und vom Sichtgerät des Nutzers abhängt. Also trennt man entweder gar nicht oder man läßt automatisch vom Browser des Besuchers trennen. Hierfür gibt es in CSS-Version 3 die Eigenschaft hyphens, die vom Browser Firefox schon lange unterstützt wird, vom Internet Explorer ab Version 10 und vom Safari ab Version 7, jeweils mit Präfix. Chrome und Opera: Fehlanzeige  (Stand März 2014). Zumindest Firefox verwendet für die Silbentrennung die neuen Regeln (und trennt beispielsweise das Wort Größe in die Teile Grö- und ße).

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