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SynWrite: Text- und Quellcode-Editor im Test

15.02.2017

SynWrite im Test: SynWrite ist ein Quellcode- und Text-Editor für Programmierer, Webentwickler und Webmaster. Das kostenlos verwendbare Windows-Programm kommt mit vielen nützlichen Funktionen, ist Unicode-fähig und unterstützt die Zeichenkodierung UTF-8. Als Editor ist SynWrite auch für alle geeignet, die fremdsprachige Texte verfassen oder zumindest gelegentlich Wörter mit fremden Schriftzeichen schreiben. Auf der Suche nach einer Alternative zum bislang genutzten Notepad++ habe ich SynWrite (Version 6.31.2500) gründlich getestet und verwende es jetzt regelmäßig als HTML-Editor.

Editor SynWrite: Programm-Funktionen (Übersicht):

Zum Funktionsumfang von SynWrite gehören: Speichern und Öffnen verschiedener Programm-Sitzungen, Verwaltung mehrerer Projekte, dateiübergreifendes Suchen und Ersetzen, Suchen und Ersetzen mit Regulären Ausdrücken, Anzeige zweier Dateien nebeneinander zum besseren Vergleich, Dateistatuserkennung (hat ein anderes Programm eine Datei geändert?), spaltenweises Kopieren und zeilenübergreifendes Ändern (Mehrfach-Cursor: in mehreren Zeilen können in einem Vorgang gleiche Inhalte ergänzt, geändert oder gelöscht werden), Makro Recorder: Tastatur-Makros aufzeichnen und wiederverwenden, Speicherung des Zwischenablage-Verlaufs (als mehrfache Zwischenablage nutzbar), Synchron-Bearbeitung gleicher Begriffe im markierten Bereich (SyncEdit), Textbaustein-Funktion (auch für Code-Schnippsel geeignet), Umrechner in mehrere Zahlensysteme, anpaßbare Tastatur-Kürzel ...

In SynWrite sind zahlreiche Lexer für verschiedene Auszeichnungs- und Programmiersprachen wie zB HTML, CSS, PHP, Javascript enthalten. Lexer sind änder- und erweiterbare Regelsammlungen, die festlegen, wie die Sprachelemente im Editor angezeigt werden (zB farbige Syntax-Hervorhebung), ob und wie zB HTML-Elemente und CSS-Eigenschaften auto-vervollständigt und ob zusammengehörende Klammern gekennzeichnet werden. In CSS-Regeln ist mir die Klammerpaar-Hervorhebung nur mit der Erweiterung Brackets Hilite gelungen.

SynWrite zeigt mehrere geöffnete Dateien in Registern (Tabs) an und ermöglicht es, durch Verschieben der Tabs die Reihenfolge zu ändern. Zeilennummerierung, Zeilenumbruch, die Anzeige von Steuerzeichen, Lineal und Codefaltungs-Leiste sind über das Ansicht-Menü ein- oder ausschaltbar. Mit der Code-Faltung können Code-Blöcke auf- oder zugeklappt werden. SynWrite bietet mit dem Syntaxbaum eine Navigationshilfe für den Quellcode sowie eine Vorschau für Farbcodes und Bilder im Quelltext (jeweils mit schwebendem Mauszeiger anzeigbar). Die Statuszeile mit nützlichen Informationen sollte man sich immer anzeigen lassen, zumal dort einige Einstellungen direkt festgelegt werden können. Über die Schaltfäche in der Statuszeile kann zB am schnellsten ein Lexer ausgewählt oder geändert werden. Auch der Zoomfaktor des Editor-Fensters läßt sich dort einstellen.

Editor SynWrite: Installation und Sprachpakete:

Zur Installation: Durch Aufruf der runtergeladenen exe-Datei wird diese entpackt. Die entpackten Programmdateien werden standardmäßig im Verzeichnis C:/SynWrite/gespeichert (der Pfad ist änderbar). Alle Einstellungen werden in ini-Dateien im Unterverzeichnis Settings abgelegt, so daß SynWrite portabel und auch vom USB-Stick lauffähig ist.

Für die SynWrite-Benutzeroberfläche gibt es Übersetzungen in mehreren Sprachen. Die Sprachpakete für Russisch, Englisch und Deutsch sind in der Download-Datei des Programms enthalten. Weitere Sprachpakete können bei Bedarf runtergeladen werden. Als Standard-Sprache ist Englisch voreingestellt, das läßt sich nach dem ersten Programm-Aufruf über Options -> Customize schnell auf Deutsch ändern. Auch die (Haupt-) Hilfedatei ist in den drei Sprachversionen vorhanden, einige zusätzliche Hilfedateien jedoch nur auf Englisch. Im SynWrite-Forum wird bis jetzt nur Englisch und Russisch gesprochen.

SynWrite-Erweiterungen: Plugins und Add-ons:

Bei SynWrite-Erweiterungen wird technisch unterschieden zwischen Plugins und Add-ons. Einige Erweiterungen werden standardmäßig installiert, zB die Plugins HTMLTidy und SynFTP sowie das Add-on ColorPicker, andere können zusätzlich runtergeladen und installiert werden wie etwa das Plugin Datei Explorer oder das Add-on BracketsHilite.
Speicherort für Plugins ist das Verzeichnis Plugins des Programmverzeichnisses (Beispiel: C:/Programme/SynWrite/Plugins/Explorer/). Add-ons werden im Verzeichnis Py(thon) des Programmverzeichnisses gespeichert (Beispiel: C:/Programme/SynWrite/Py/syn_brackets_hilite/).

Add-ons werden am Einfachsten über die Programmoberfläche installiert:

  1. bei Netzverbindung über Einstellungen -> Add-ons -> Installieren... das gewünschte Add-on auswählen: das Add-on wird damit runtergeladen
  2. über Einstellungen -> Add-ons -> Installierte Add-ons bearbeiten... das gewünschte Add-on auswählen: die zugehörige Konfigurations-Datei namens __init__.py wird im Programmfenster angezeigt und kann bei Bedarf angepaßt und dann gespeichert werden

    Wer Fehler- und Hinweis-Texte von Englisch auf Deutsch umstellen will, sucht nach der Variable msg_status('Text') und kann dort den Text ändern.
  3. Programm SynWrite beenden und neu starten: das Add-on ist dann installiert und erscheint im Plugins-Menü

    Eigentlich müßte dieses Menü mit Erweiterungen beschriftet sein, weil darin sowohl Plugins als auch Add-ons eingetragen sind. Vielleicht war dem Übersetzer der Unterschied nicht bewußt.

Um die Add-on-zugehörige Menü-Beschriftung von Englisch auf Deutsch umzustellen, kann man die Datei /Settings/SynPlugins.ini bearbeiten. Die Datei kann am Schnellsten über Einstellungen -> Erweitert -> Plugins konfigurieren... aufgerufen werden.

Die farbliche Klammerpaar-Kennzeichnung funktioniert zumindest für PHP und Javascript auch ohne Add-on (für weitere Programmier-Sprachen habe ich das nicht getestet). Um in CSS-Stylesheet-Regeln zusammengehörende Klammern farblich hervorzuheben, ist das Zusatz-Add-on BracketsHilite erforderlich.

Editor SynWrite: Anwender-Tipps für die Praxis:

Im Folgenden habe ich ein paar nützliche Praxis-Tipps im Umgang mit dem Editor SynWrite vermerkt:

Was tun, wenn die Erweiterungen nicht funktionieren?

Wenn sich die mitgelieferten Erweiterungen (HTMLTidy, ColorPicker, Insert Time) nicht aufrufen lassen und stattdessen die Fehlermeldung No Python engine was created erscheint, paßt vermutlich die runtergeladene Python-Bibliothek nicht zur installierten Windows-Version. Eine im Download-Paket enthaltene Python Version 3.5 ist zB unverträglich mit Windows XP: für XP ist Version 3.4 die richtige Python-Version. Offensichtlich war ich nicht der erste mit diesem Problem, denn im SynWrite-Forum stand schon die Lösung.

Mit der Projektverwaltung ein neues Projekt erstellen:

Wer ein neues Projekt erstellen will und hierfür zuerst den Namen des Projektes festlegen will, wird kläglich scheitern (wie ich beim ersten Versuch). Die richtige Reihenfolge ist diese:

  1. die Projekt-Ansicht in der linken Seitenleiste anzeigen über (Hauptmenü:) Fenster -> Fenster -> Projektverwaltung
  2. über die Schaltfläche Ordner hinzufügen (am oberen Rand der Projekt-Ansicht) Inhalte aus dem Dateisystem für das Projekt auswählen
  3. über die Schaltfläche Projekt anpassen die Eigenschaften des Projekts festlegen (siehe Hilfedatei: Dialogfenster -> Projekt-Eigenschaften)
  4. über die Schaltfläche Projekt speichern das neue Projekt speichern und dabei den Projektnamen festlegen nach dem Schema [Projektname].synw-proj

Hinweis: Die Projektverwaltung funktioniert anders als ein Datei-Manager (etwa der als Zusatz-Plugin verfügbare Datei Explorer): Eine mit einem anderen Programm (zB dem Windows Explorer) neu erstellte Datei erscheint nicht automatisch im SynWrite-Projektfenster, kann aber nachträglich dem Projekt hinzugefügt werden. Andererseits können Dateien aus mehreren Verzeichnissen des Dateisystems logisch zu einem SynWrite-Projekt zusammengefaßt werden, ohne daß sich der Speicherort dieser Dateien ändert. Es hängt vom Einzelfall ab, ob man besser die Projektverwaltung oder die Erweiterung Datei Explorer verwendet.

Spaltenweise Text kopieren oder zeilenübergreifend Text ändern:

Text kann spaltenweise und zeilenübergreifend kopiert werden:

  1. Taste Alt drücken
  2. mit der Maus den gewünschten Textblock (Spaltenblock) markieren
  3. den markierten Spaltenblock wie gewohnt kopieren (Tasten Strg+C)

Text kann zeilenübergreifend geändert werden (Mehrfach-Cursor):

  1. Taste Alt drücken
  2. mit der Maus den gewünschten Textblock (Spaltenblock) markieren
  3. nach Aufruf von Bearbeiten -> Spaltenblock bearbeiten kann an der zeilenübergreifenden Schreibmarke (Mehrfach-Cursor) gleichzeitig in mehreren Zeilen gleicher Text ergänzt oder vorhandener Inhalt entfernt werden
Editor SynWrite: Mehrfach-Cursor und Bilder-Vorschau im Quellcode
Editor SynWrite: Der aktivierte Mehrfach-Cursor (blau markiert): jetzt könnte der Quelltext zeilenübergreifend geändert werden (zB die erste Ziffer der tabindex-Nummerierung). Außerdem im Schnappschuß sichtbar: mit schwebendem Mauszeiger über dem Pfad (rot markiert) wird ein kleines Vorschau-Bild angezeigt. In der linken Seitenleiste der Datei Explorer (Bild: Gösta Thomas).

Synchron-Bearbeitung gleicher Begriffe im markierten Bereich (SyncEdit):

Wer alle Vorkommen des gleichen Begriffs in einem Textblock oder einer Datei auf einmal ändern will, hat mit der SyncEdit-Funktion eine pfiffige Alternative zum Suchen- und Ersetzen-Dialog. Die Bearbeitung eines Vorkommens des Begriffs ändert gleichzeitig alle Vorkommen des Begriffs:

  1. gewünschten Bereich der Datei (oder auch die ganze Datei) im Editor-Fenster markieren
  2. entweder im Bearbeiten-Menü den SyncEdit-Bereich festlegen oder durch Mausklick auf das Schieblehre-Symbol am linken Rand des Editor-Fensters den SyncEdit-Bereich erstellen: damit werden mehrfache Vorkommen gleicher vorhandener Begriffe grau unterstrichen
  3. die Schreibmarke in eines der Vorkommen eines Begriffs positionieren und dann die Zeichenkette ändern (Zeichen einfügen, ersetzen oder löschen): hiermit werden alle Vorkommen des Begriffs auf einen Schlag geändert
  4. durch Mausklick auf das Schieblehre-Symbol am linken Rand des Editor-Fensters den SyncEdit-Bereich aufheben (oder auch im Bearbeiten-Menü)

Anzeige zweier Dateien nebeneinander zum besseren Vergleich:

Wer sich mit SynWrite zwei Dateien nebeneinander anzeigen lassen will, um sie bequem vergleichen zu können, erreicht das mit diesen Schritten:

  1. Rechtsklick auf den Tab der zweiten Datei, um das Tab-Kontextmenü zu öffnen
  2. im Tab-Kontextmenü den Eintrag Verschiebe nach Fenster aufrufen und 2 auswählen

Bei einem vorhandenen Fenster ist hier nur 2 wählbar. Wer unter mehr als 2 Fenstern wählen will, muß zuvor über das Menü Fenster anordnen (im Hauptmenü das Rechteck-Symbol) die gewünschte Fensterzahl festlegen: möglich sind bis zu vier nebeneinander oder untereinander angeordnete Fenster, aber auch 4er Gitter und 6er Gitter: interessant für Nutzer mit badetuch-großen Bildschirmen.

Editor SynWrite: Zeichensätze und Zeichenkodierung:

Kodierung wechseln: Zeichensatz auswählen für fremde Zeichen:

Wer in seinem Text gelegentlich fremdsprachige Wörter mit diakritischen Schriftzeichen verwendet, die auf der deutschen Tastatur nicht vorkommen, geht im Editor SynWrite folgendermaßen vor (Beispiel: es soll ein kroatisches Wort geschrieben werden, das Buchstaben mit diakritischen Zeichen enthält):

  1. den benötigten Zeichensatz auswählen über Datei -> Zeichenkodierung -> Kodierung wechseln -> Mitteleuropäisch -> ISO-8859-2

    Die Kodierungs-Anzeige in der Statuszeile (rechts neben den Positionsangaben für die Schreibmarke) wechselt dann vom zuvor gültigen Wert auf 28592 (das ist die Nummer der Codepagekonvertierungstabelle aus der Windows-Systemsteuerung)
  2. die zugehörige Zeichentabelle aufrufen entweder mit der Tastenkombination Strg+. (Punkt) oder über Bearbeiten -> Zeichentabelle: in der Zeichentabelle sind alle zehn kroatischen Buchstaben mit diakritischen Zeichen bzw. Ligaturen verfügbar
  3. aus der Zeichentabelle das benötigte Zeichen auswählen und an der Schreibmarke einfügen (entweder mit den Pfeiltasten und der Eingabetaste oder per Maus-Doppelklick)

Je nach ausgewählter Zeichenkodierung enthält die von SynWrite angezeigte Zeichentabelle die zugehörigen unterschiedlichen Zeichen.

Nicht alle Text-Editoren schaffen das (bei PSPad geht's nicht). Wenn ein Programm das nicht kann, müßte man ersatzweise erst die Original-Windows-Zeichentabelle aufrufen, dort zunächst Schriftart und Zeichensatz festlegen, seine sieben Buchstaben zusammensuchen und am Ende die fertige Zeichenauswahl über die Zwischenablage ins Zielprogramm einfügen: viel zu umständlich!

Wie SynWrite den Nutzer darin unterstützt, ist geradezu genial. Weiteres Beispiel: wenn ein paar griechische Buchstaben benötigt werden, wählt man über Datei -> Zeichenkodierung -> Kodierung wechseln -> Griechisch -> ISO-8859-7 aus und erhält mit den Tasten Strg+. die passende Zeichentabelle direkt an der Schreibmarke.

Editor SynWrite: Zeichenkodierung wechseln zu Mitteleuropäisch ISO-8859-2
Editor SynWrite: Zeichenkodierung wechseln zu Mitteleuropäisch ISO-8859-2: nach einem Klick auf den Menü-Eintrag (oben rot markiert) würde in der Statuszeile links (blau markiert) statt ANSI dann 28592 stehen. Außerdem im Schnappschuß sichtbar: die farbige Hervorhebung von h2-Anfangs- und Ende-tags, Klammerpaaren, HTML-Entitäten und -Attributen. In der rechten Seitenleiste Textbausteine (Bild: Gösta Thomas).

Konvertiere Kodierung: Inhalte auf UTF-8 ohne BOM umstellen:

Um Seiten im Netz zu veröffentlichen, die auch Schriftzeichen fremder Sprachen enthalten, verwendet man am besten Unicode: Weit verbreitet ist die Zeichenkodierung UTF-8 ohne BOM. Ohnehin gilt: wer eine neue Website erstellt, sollte die Inhalte von Anfang an in UTF-8 ohne BOM kodieren, um sich die zeitraubende Mühe einer nachträglichen Umstellung zu ersparen. Wichtig für Webseiten: die Information über die Zeichenkodierung UTF-8 sollte dem anfordernden Browser schon mit den HTTP-Kopfdaten gesendet werden (nicht erst mit den HTML-Metadaten).

In SynWrite ändert man die bisherige Kodierung einer vorhandenen Datei zu UTF-8 ohne BOM über Datei -> Zeichenkodierung -> Konvertiere Kodierung nach -> Unicode -> UTF-8, ohne BOM. In der Statuszeile wird anschließend UTF-8, ohne BOM angezeigt.

Über Einstellungen -> Einstellungen... -> Dateien -> Neues Dokument kann der Standard für neue Dokumente festgelegt werden: hier stehen sechs gebräuchliche Zeichenkodierungen zur Auswahl. Gleiches ist möglich für die Dateien des aktuellen Projekts über Werkzeuge -> Projekte -> Eigenschaften des Projekts... -> Allgemein -> Neues Dokument: Kodierung. Dieses Fenster ist auch erreichbar über die Schaltfläche Projekt anpassen in der Projekt-Ansicht in der linken Seitenleiste.

Editor SynWrite: Programm-Daten und Bewertung:

Betriebssystem:Windows ab Version XP aufwärts
Free-, Shareware?Freeware (dauerhaft kostenlos nutzbares Programm)
Lizenz:Open Source, Mozilla Public License 1.1 (MPL 1.1)
Sprachen:drei Sprachpakete enthalten: Russisch, Englisch und Deutsch
(weitere Sprachpakete können runtergeladen werden)
Download-Größe:10,7 MB (Version 6.31.2500)
Download-Adresse:www.uvviewsoft.com/synwrite/
 
5 Sterne: gut 

Fazit: Für mich ist SynWrite mit seinen umfangreichen Funktionen und teils originellen Lösungen als HTML-Editor, aber auch zum Bearbeiten von CSS-, Javascript- und PHP-Code bestens geeignet. Die Unterstützung für fremdsprachige Zeichensätze ist hervorragend, und die Änderung der Zeichenkodierung funktioniert einwandfrei. Warum ich trotzdem nur 5 Sterne (von 6 möglichen) vergebe:

In der Hilfedatei sind einige Funktionen beschrieben, die im Programm schlicht fehlen, zB der Farbdialog (HTML - Farbe einfügen...), im Menü Einstellungen -> Erweitert die Möglichkeit zur Festlegung des Formats von Datum/Uhrzeit, die Schaltfläche zum Speichern einer geänderten Lexer-Bibliothek ... Solche Unstimmigkeiten kommen allerdings gelegentlich auch in teuren Bezahlprogrammen vor.

In der Menübeschriftung werden die Tastaturkürzel auf Englisch angegeben (zB Ctrl+N), auch wenn die Benutzeroberfläche auf Deutsch umgestellt wurde. SynWrite ist speicherhungriger und benötigt mehr Ressourcen als vergleichbare Programme wie Notepad++ oder PSPad. Und der SynWrite-Programmstart einschließlich dem Laden von zehn Dateien (die größte 63 KB groß, die anderen kleiner, alle Lexer-interpretiert) dauert bei mir gefühlte drei Sekunden.

SynWrite vs CudaText: zwei Programme, gleicher Entwickler:

Auf der Website (siehe Download-Adresse) des Programmierers Alexey Torgashin wird nicht nur der Editor SynWrite, sondern zusätzlich auch der Editor CudaText angeboten. Zwei Programme zum gleichen Zweck vom gleichen Entwickler: warum denn das?

SynWrite ist von beiden das ältere und deshalb ausgereiftere Programm: Wer sich als Nutzer mit den vielen Funktionen vertraut gemacht und einige Einstellungen nach eigenem Wunsch durchgeführt hat, kann mit SynWrite sofort loslegen. SynWrite ist aber nur unter Windows-Systemen lauffähig, weil mit Delphi programmiert. Und Delphi ist kostenpflichtig: die neueste Version kostet je nach Lizenz zwischen 1.900 und 6.500 Euro; das ist viel Geld für einen Programmierer, der die damit erstellte Software, hier also SynWrite, kostenlos anbietet.

CudaText ist das jüngere Programm, aber einige Funktionen fehlen noch (Projektverwaltung, Sitzungen öffnen/speichern, Datei Explorer ...). Die grafische Benutzeroberfläche ist noch nicht vollendet und zur Zeit auch nur auf Englisch und Russisch verfügbar. Anwender können (oder müssen) Konfigurations-Einstellungen per JSON-Code in der Datei user.json vornehmen: Hierfür sind in der Datei default.json zwar Muster vorhanden, das wird aber all denen keinen Spaß machen, die sich nach dem Download ein fix und fertig nutzbares Programm erhofft haben. CudaText ist mit Lazarus (system-unabhängig, quellcode-offen, kostenfrei nutzbar) programmiert und nicht nur für Windows, sondern auch in Versionen für Linux und MacOS verfügbar.

Im SynWrite-Forum gibt es zum Thema SynWrite vs CudaText eine Diskussion, in der Alexey Torgashin Stellung nimmt.

veröffentlicht in kat_Programm-Tipps, kat_Webdesign

 

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