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Vivaldi Browser: Test und Beschreibung

21.05.2015

Vivaldi ist ein Browser für die Betriebssysteme Windows, Linux und Mac OS. Entwickelt wird er von Vivaldi Technologies in Island, der neuen Firma des ehemaligen Opera-Chefs Jon von Tetzchner. Der Browser punktet mit einer aufgeräumten und funktionellen Benutzeroberfläche. Im Hintergrund arbeitet Quellcode des quelloffenen Software-Projekts Chromium. Vivaldi wendet sich an Nutzer des klassischen Opera (bis Version 12), die dessen jähes Ende bedauern, und an Nutzer des neuen Opera (ab Version 15), denen dessen eingeschränkte Funktionalität nicht ausreicht. Zur Vivaldi-Zielgruppe könnten auch Webdesigner und Entwickler gehören, die bislang Google Chrome nur wegen der umfangreichen Test- und Entwicklerwerkzeuge verwendet haben.

Ich habe die Vorschau-Version (Technical Preview) 3 (TP3) des neuen Wikinger-Browsers ausgiebig getestet, weil ich einen neuen Standard-Browser als Nachfolger für meinen altgedienten Opera 12 suche.

Vivaldi Browser: die Vorgeschichte

Jon von Tetzchner, einst Opera-Gründer und langjähriger Chef von Opera Software ASA, hatte sich 2011 aus seiner früheren Firma zurückgezogen und 2013 einen Großteil seines Aktienpakets verkauft, nachdem gegen seinen Willen entschieden worden war, den klassischen Opera-Browser (letzte Version 12) nicht mehr weiter zu entwickeln. Von Tetzchner gründete 2013 in Island Vivaldi Technologies AS, zahlreiche ehemalige Opera-Entwickler folgten ihrem alten Chef zur neuen Firma.

Als erstes wurde 2014 das neue Netzwerk Vivaldi.net mit Forum, Email-Dienst, Bilder-, Blog- und Chat-Plattform ins Leben gerufen. Es ersetzt gleichermaßen das eingestellte (offizielle) MyOpera-Portal wie auch das ehemalige (privat betriebene) deutsche Forum Opera-info.de. Dann begann die Entwicklung des neuen Vivaldi Browser. Ende Januar 2015 wurde die erste technische Vorschau-Version veröffentlicht. Seit 28. April ist die Vivaldi-Technical Preview 3 verfügbar und kann als Test-Version von jedermann heruntergeladen werden. Beta-Version und endgültige erste Version werden möglicherweise schon in diesem Jahr (2015) erscheinen.

Vivaldi Browser installieren

Zweckmäßigerweise installiert man Vivaldi benutzerdefiniert (Schaltfläche Advanced), dann kann man Sprache, Installationsart und Installationsverzeichnis festlegen. Als Installationsart wird auch Standalone angeboten: damit kann man Vivaldi auf einem USB-Stick ohne Betriebssystem installieren (von mir nicht getestet). Als letztes kann man bestimmen, ob Vivaldi der Standard-Browser werden soll. Bei allem Wohlwollen: dafür ist es noch ein bißchen zu früh. Eine Technical Preview ist ja noch nicht einmal eine Beta-Version. Die Installation unter Windows ist blitzschnell erledigt.

Vivaldi Browser installieren
Vivaldi Browser installieren: am besten benutzerdefiniert über Advanced

Vivaldi Browser: die Einstellungen

Einstellungen können im Vivaldi Browser wie im klassischen Opera allgemeingültig und seitenspezifisch festgelegt werden. Die allgemeinen Einstellungen erreicht man im Werkzeuge-Menü oder über das Zahnrad-Symbol in der Paneele (einer Seitenleiste, die sich links oder rechts anordnen oder ausschalten läßt). Die seitenspezifischen Einstellungen werden über das Seiten-Kontextmenü (Eintrag Seiteninfo anzeigen) oder über das Symbol in der Adreßzeile links geöffnet. Zusätzliche Webseiten-Aktionen erreicht man über das Gegenpfeil-Symbol in der Statusleiste.

Vivaldi Einstellungen
Vivaldi Browser: hier nehmen Sie die allgemeinen Einstellungen vor

In der Technical Preview 3 fehlt den allgemeinen wie auch den seitenspezifischen Einstellungen noch einiges. Wer neugierig ist, woran die Vivaldi-Entwickler arbeiten und was später vielleicht in den Einstellungen verfügbar sein wird, kann in der Adreßleiste schon mal aufrufen (das sind zwei Tipps aus dem Vivaldi-Forum):

  • vivaldi://flags/
  • vivaldi://chrome/settings/content

Vivaldi Browser: die Benutzeroberfläche

Vivaldis Benutzeroberfläche kommt minimalistisch daher, ganz nach meinem Geschmack und wie das Armaturenbrett meines Mitsubishi: alle Funktionen sind schnell und intuitiv erreichbar, die Oberfläche wirkt nicht überladen. So soll es sein und so ist es beim Vivaldi: im Blickpunkt stehen die Seiten, die der Browser anzeigt, nicht der Browser selbst (der ist nur Hilfsmittel).

Die Designer haben nicht von irgendeinem anderen Browser abgekupfert, sondern ihre eigenen Ideen umgesetzt. Eine pfiffige Idee: die Reiter (Tabs) nehmen eine der Farben der besuchten Webseite an. Leider funktioniert das in der getesteten Vorschau-Version 3 noch nicht immer: gelegentlich wird eine Reiter-Farbe angezeigt, die auf der Seite überhaupt nicht vorkommt.

Wer einen Rahmen um das Browserfenster und eine zusätzliche eingefärbte Kopfzeile vermißt, kann beides über Einstellungen -> Ansicht -> Use Native Window einschalten (wirkt erst nach Vivaldi-Neustart). Ich selbst kann auf Rahmen und farbige Kopfzeile gut verzichten, weil beides unnötig Platz raubt.

Das Hauptmenü erreicht man durch Klick auf das weiße V auf rotem Grund links oben. Wer das Menü ständig im Blickfeld haben will wie ich, aktiviert es über den Menüeintrag Ansicht -> Menüposition umschalten. Die abschaltbare Paneele enthält zur Zeit die Einträge Lesezeichen, E-Mail, Adressbuch, Downloads, Notizen und Einstellungen. Die Statusleiste (ebenfall abschaltbar) enthält (von links nach rechts) einen Ein-/Ausschalter für die Paneele, eine Schaltfläche für Kacheldarstellung (Seitenansicht mehrerer Tabs nebeneinander, untereinander oder gegittert), einen Ein-/Ausschalter für die Bildanzeige, das Aufklapp-Menü für Webseiten-Aktionen sowie Zoom-Anzeige und -Schalter. Die Zoom-Stufen sind über den Schieberegler wie auch per Tastatur-Befehlen nur in 10%-Schritten einstellbar. Eine Lesezeichenleiste läßt sich ebenfalls ein- oder ausschalten. Die Texte der Benutzeroberfläche sind bis jetzt noch nicht durchgängig eingedeutscht.

Vivaldi Benutzeroberfäche
Vivaldi Browser: die Benutzeroberfläche: Paneele ausgeschaltet, Hauptmenü eingeschaltet (dann verschwindet das erwähnte weiße V auf rotem Grund). Standardmäßig wird das Vivaldi-Fenster ohne Rahmen angezeigt (der hier sichtbare blaue Rand stammt von meiner CSS-Klasse für Bilder ;-)).

Vivaldi: Chromium als Motor, Blink als Anzeigeprogramm

Jeder Browser besteht, grob gesagt, aus der Benutzeroberfläche und dem Programm, das unter der Oberfläche werkelt. Die Benutzeroberfläche wurde bzw. wird von den Vivaldi-Programmierern selbst entwickelt. Als Motor kommt Chromium zum Einsatz, ein quelloffenes Software-Projekt unter BSD-Lizenz mit Beteiligung von Google-Entwicklern. Chromium mit dem Anzeigeprogramm Blink (einer Webkit-Abspaltung) wird von Google Chrome, Opera 15+, Yandex, Vivaldi und einigen anderen Browsern verwendet. Das heißt aber nicht, daß alle diese Browser unter der Haube genau die gleiche Technik verwenden, denn quelloffene Software kann durch Weglassen, Ändern oder Hinzufügen von Programmteilen weiterentwickelt werden.

Die Vivaldi-Entwicklerwerkzeuge, wie üblich mit der Taste F12, aber auch im Werkzeuge-Menü und über das Seiten-Kontextmenü erreichbar, sehen jedenfalls genau gleich aus wie diejenigen in Chrome. Und sie sind ein mindestens gleichwertiger Ersatz für den Dragonfly des klassischen Opera (dort fehlt zum Beispiel der oft benötigte Bildschirmgrößentest). Seltsamerweise mutiert der Vivaldi Browser vom Chrome zum Safari, und als Betriebssystem wird statt Windows XP plötzlich Mac OS angezeigt (!), wenn ich meine Seiten mit den Entwicklerwerkzeugen prüfe und danach diesen Zugriff in meinem Statistikprogramm ansehe.

Wie alle anderen Browser, die das Anzeigeprogramm (Rendering engine) Blink verwenden, beherrscht Vivaldi noch keine automatische Silbentrennung: Die CSS-Eigenschaft hyphens ist bei Chromium/Blink leider eine verwaiste Baustelle. Immerhin wird das Mehrspalten-Layout unterstützt, wie ich es hier verwende. Das Anzeigeprogramm Presto des klassischen Opera zu verwenden, kam für die Vivaldi-Entwickler nicht in Betracht. Denn erstens ist Presto Eigentum von Opera ASA und zweitens inzwischen veraltet, weil seit vier Jahren nicht mehr weiterentwickelt.

Lesezeichen-Import aus Opera 12 macht Probleme (TP3)

Der Import meiner etwa 1200 Lesezeichen aus Opera 12 nach Vivaldi ist blitzschnell erledigt (knapp eine Minute). Die Lesezeichen werden im Ordner Imported from Opera zusammengefaßt. Aber zu früh gefreut: die entstandene Reihenfolge ist rein willkürlich: Lesezeichen-Ordner und Einzel-Lesezeichen sind wahllos durcheinander angeordnet, die ursprüngliche alfanumerische Sortierung von Lesezeichen-Ordnern und von Einzel-Lesezeichen innerhalb von Ordnern wird nicht eingehalten. Also alles durcheinander wie Kraut und Rüben. Vermutlich sortiert Vivaldi nach intern vergebenen Opera-Nummern. Zwar kann man Lesezeichen-Ordner und Einzel-Lesezeichen mit der Maus an die gewünschte Stelle verschieben, aber bei 60 Ordnern und 1200 Lesezeichen wäre das ein hartes Stück Arbeit. Das Problem ist den Vivaldi-Entwicklern aber bekannt, und das stimmt mich hoffnungsvoll.

Vivaldi seitenspezifische Einstellungen
Vivaldi Browser: die seitenspezifischen Einstellungen erinnern an die des klassischen Opera

Vivaldi: einige kleinere Mängel (TP3)

Daß eine Vorschau-Version nicht fehlerfrei ist, ist ganz natürlich. Die Vivaldi-Entwickler werden bis zur ersten endgültigen Version sicherlich noch einige Fehler beheben. Was mir aufgefallen ist (Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Nach Zoomen funktioniert das Zurücksetzen mit den Tasten Strg+0 nicht (stattdessen mit der Taste 6).
  • Die Quelltext-Ansicht wird nicht neben dem Tab der zugehörigen Webseite geöffnet, sondern immer ganz rechts.
  • Bei Suche im Quelltext verdeckt die Suchleiste die ersten beiden Quelltext-Zeilen.
  • Mit Opera 12 erstellte mht-Archive werden von Vivaldi nicht angezeigt. Umgekehrt funktioniert es: mit Vivaldi erstellte mhtml-Archive werden von Opera 12 dargestellt (aber das brauchen Umsteiger von Opera 12 zu Vivaldi nicht).

Vivaldi: was in TP3 noch fehlt

Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden, und einen Browser zu entwickeln braucht auch etwas länger. Ein integriertes Email-Programm wie in Opera 12 ist für die erste endgültige Vivaldi-Version geplant, aber in der Technical Preview 3 noch nicht enthalten. Ein Feed-Leser fehlt ebenfalls noch und wird es vermutlich auch nicht in die erste Vivaldi-Version schaffen. Dort wird man dann aber zwei Opera-Erweiterungen nachrüsten können (Hinweis aus dem Vivaldi-Forum):

  • addons.opera.com/extensions/details/smart-rss/
  • addons.opera.com/extensions/details/rss-detector/

Noch ein paar Funktionen, die ich mir von Vivaldi wünsche:

  • im Hauptmenü das (aus Opera 12 gewohnte) Lesezeichen-Menü
  • im Seiten-Kontextmenü den Eintrag als Lesezeichen speichern
  • die Möglichkeit, sich alle ausgehenden Links einer Seite als Liste anzeigen zu lassen
  • in kleineren Schritten regelbare Zoomstufen, nicht nur in 10%-Schritten (siehe Hinweis im nächsten Abschnitt)

Ist Vivaldi zum Seiten-Test als Chrome-Ersatz geeignet?

Weil ich selbst Webseiten erstelle, habe ich (neben Opera 12 als Standard-Browser) natürlich auch andere Browser zum Testen auf meinem Rechner (IE, Firefox, Google Chrome). Mit Chrome bin ich aus Datenschutzgründen und wegen der eigenwilligen Benutzeroberfläche nie warm geworden. Da in Vivaldi das gleiche Anzeigeprogramm Blink werkelt wie in Chrome, und die Entwicklerwerkzeuge auch die gleichen sind, kam mir die Idee: Mit Vivaldi ist Chrome zum Testen doch eigentlich überflüssig geworden, also könnte ich Chrome gleich deinstallieren und von der Festplatte verbannen.

Aber seltsamerweise werden manche Seiten von Vivaldi und Chrome unterschiedlich dargestellt, obwohl beide Browser auf Chromium/Blink aufsetzen. So wird etwa auf den von mir getesteten Seiten bei 100% Zoom Fließtext in Vivaldi kleiner angezeigt als in Chrome. Die Anzeige in Chrome ist insofern besser, als sie in etwa der des Firefox entspricht. Wenn die Zoomstufe in kleinen Schritten einstellbar wäre (zB auf 104% oder 106%), würde das schon weiterhelfen. Am besten wäre aber eine Vivaldi-Option Seite genau wie in Chrome anzeigen ;-)

Derzeit kann man mit Vivaldi also nicht testen, wie eine Webseite in Chrome dargestellt wird. Von daher kommt eine Deinstallation von Chrome für mich leider noch nicht in Betracht. Echt schade.

Vivaldi: mein Gesamteindruck (technische Vorschau 3)

Als Nutzer des klassischen Opera (bis Version 12) fühle ich mich im Vivaldi gleich wie zuhause. Das puristische und zugleich pfiffige Design der Benutzeroberfläche gefällt mir persönlich außerordentlich gut. Nach dem Programmstart ist Vivaldi blitzschnell einsatzbereit, mit vielen Lesezeichen dauert's natürlich ein paar Sekunden. Aufgerufene Seiten werden nach meinem subjektiven Gefühl sauschnell geladen und angezeigt. Wenn dann in der endgültigen Version alle vorgesehenen globalen und seitenspezifischen Einstellungen implementiert sind und auch der Lesezeichen-Import aus Opera 12 in richtiger Sortierung erfolgt, wird Vivaldi mein neuer Standard-Browser.

Beachten Sie bitte, daß ich die Vivaldi Technical Preview 3 Version 1.0.162.4 für Windows 32 bit vom 28.04.2015 getestet und beschrieben habe. Wenn Sie Vivaldi zu einem späteren Zeitpunkt runtergeladen haben, ist es möglich, daß einige der hier beschriebenen Probleme schon behoben wurden. Wenn Sie eine Vivaldi-Testversion für ein anderes Betriebssytem verwenden, kann es sein, daß die eine oder andere beschriebene Funktionalität vielleicht noch fehlt. Falls Sie Vivaldi testen und Fehler auf Deutsch melden wollen, ist das deutschsprachige Vivaldi-Forum der richtige Ort. Dort gibt es auch einen Faden Neue Vorschläge/Ideen für Vivaldi, wo Sie zusätzliche Wünsche äußern können. Was Sie dort schreiben, wird vom Moderator geprüft und ggf. übersetzt und an die Entwickler weitergeleitet.

Vivaldi (TP3 v.1.0.162.4): Programm-Daten und Bewertung:

Betriebssystem:Windows ab Version XP, Linux, Mac OS
Free-, Shareware?Freeware (dauerhaft kostenlos nutzbares Programm)
Lizenz:Vivaldi Technologies AS
Sprachen:viele Sprachpakete enthalten, auch Deutsch
(die deutsche Übersetzung ist noch nicht vollständig)
Download-Größe:35,4 MB (v.1.0.162.4 - Technical Preview 3 für Windows 32 bit)
Download-Adresse:vivaldi.com
Test der technischen Vorschau-Version 3, deshalb keine Bewertung

Aktualisierung am 15.05.2016:

Vivaldi-Versionen 1.0/1.1: Testergebnisse

Auch wenn ich hier ein Jahr lang nichts mehr geschrieben habe, habe ich die Entwicklung des Vivaldi-Browsers aufmerksam verfolgt: mit Tests der Beta 2, der Beta 3, der ersten offiziellen Version 1.0 (v1.0.435.42) und zuletzt des Snapshot 1.1.443.3 (alle in der Windows-32-bit-Variante unter Windows XP). Meine neuesten Eindrücke füge ich hier hinten an.

Großes Lob an die Vivaldi-Entwickler, die binnen Jahresfrist nicht nur viele Fehler beseitigt, sondern zusätzliche Funktionen ergänzt haben, und das in vierfacher Ausfertigung: Windows 32 bit, Windows 64 bit, Linux und Mac OS. Die vielfältige Tab-Funktionalität, die Fähigkeit, Browsersitzungen zu speichern und wieder zu laden, die übersichtliche Gestaltung der seitenspezifischen Cookie-Verwaltung sowie das minimalistische und zugleich pfiffige Design sind die großen Vorteile des neuen Browsers.

Was mir am Vivaldi weniger gefällt, habe ich nachfolgend zusammengefaßt. Meine Auswahl ist natürlich subjektiv, das heißt umgekehrt für Sie als Leser: Wenn keiner der folgenden Punkte für Sie wichtig ist, käme Vivaldi für Sie als Standard-Browser in Betracht. Wie immer gilt: Testberichte anderer (und damit auch meiner) können nur ein Einstieg sein, aber nie eigene Tests ersetzen.

Entwickler-Werkzeuge: emulation tab verschluckt

In den Entwickler-Werkzeugen der Vivaldi-Version 1.0 fehlt der emulation tab, der in der Technical Preview 3 schon und in der Beta 3 noch vorhanden war. Das ist die Schaltfläche zum Aufruf des Bildschirmgrößen-Tests (in der Menüleiste der Entwickler-Werkzeuge Chromium-gestützer Browser sonst das zweite Symbol von links: zwei Rechtecke). Der Bildschirmgrößen-Test zur Emulation verschieden großer Anzeigegeräte kann auch mit keiner Tasten-Kombination aufgerufen werden.

Email-Programm und Feed-Leser fehlen noch

Ein eingebautes Email-Programm und ein integrierter Feed-Leser fehlen noch. Was den Feed-Leser anbelangt: Mir ist es auch nicht gelungen, die beiden oben erwähnten RSS-Erweiterungen von addons.opera.com zu installieren (Hinweis aus dem Vivaldi-Forum). Wobei ich nicht ausschließen kann, daß ich mich zu blöd angestellt habe.

Keine Speicherung von mhtml-Webarchiven

Von Vivaldi 1.0 werden keine mhtml-Archive gespeichert, obwohl vivaldi://flags/#save-page-as-mhtml aktiviert ist. Stattdessen werden die HTML-Seite und (davon getrennt in einem gesonderten Verzeichnis) alle sonstigen Elemente gespeichert. Das ist ein Rückschritt gegenüber der Beta 3 und früher: dort hatte es schon richtig funktioniert. Mit Opera 12 erstellte mht-Archive werden von Vivaldi 1.0 angezeigt (einige jedoch fehlerhaft). Zur Erläuterung für Nicht-Nutzer dieser Formate: mht- und mhtml-Webarchive speichern alle Elemente einer Webseite (HTML, CSS, Bilder, Javascript, ...) in einer Datei.

Aus Opera 12 importierte Lesezeichen: falsche Reihenfolge

Aus Opera 12 in Vivaldi importierte Lesezeichen(ordner) werden immer noch, wie oben beschrieben, in wirrer Reihenfolge angezeigt. Eine Funktion zur Sortierung der Lesezeichen fehlt. Wie man sich behelfen kann (kleiner Umweg), wenn man viele Lesezeichen hat, habe ich hier in einem gesonderten Artikel beschrieben.

Vivaldi 1.0: erste und einzige Version für Win XP/Vista

Die erste wird zugleich die letzte sein: Für Nutzer von Windows XP und Vista ist Vivaldi 1.0 die einzige (offizielle) Version. Das gleiche gilt für Mac OS-Freunde, die eine Version älter als 10.9 verwenden. Grund: mit Vivaldi 1.1 (Changelog) wird von Chromium 49 zu Chromium 50 gewechselt, und dort werden alte Techniken über Bord geworfen (passend dazu wird die verlinkte Chrome-Blogseite mit Opera 12 gar nicht mehr angezeigt ;-)). Was Microsoft-Betriebssysteme anbelangt: Es muß also mindestens Windows 7 installiert sein, um die Vivaldi-Versionen 1.1 und höher verwenden zu können.

Einerseits ist es verständlich, daß die ohnehin recht kleine Mannschaft der Vivaldi-Entwickler keine Extrawurst für Windows-XP-Nutzer braten kann. Da ich ein solcher bin, finde ich es aber schade, daß die einzige XP-fähige Version 1.0 nicht wenigstens den emulation tab enthält und auch keine mhtml-Webarchive erstellen kann, zumal beides in früheren Vorab-Versionen durchaus funktioniert hat.

Der Vollständigkeit halber: Die wirklich allerletzte Vivaldi-Version, die noch unter Windows XP und Vista läuft, ist der Snapshot 1.1.443.3 (Changelog, Download), der gegenüber der Version 1.0 mehrere Verbesserungen vor allem der Tab-Funktionalität enthält. (Erst mit dem nächsthöheren Snapshot erfolgte der Wechsel zu Chromium 50.)

veröffentlicht in kat_Internet, kat_Programm-Tipps

 
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