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Im kroatischen Nationalpark Plitvicer Seen

Im kroatischen Nationalpark Plitvicer Seen (Bild: Gösta Thomas)

Während der Anfahrt zum Nationalpark Plitvicer Seen sieht man gelegentlich noch zerschossene oder unbewohnte Häuser. Der Nationalpark und das umliegende Gebiet waren Teil der Serbischen Republik Krajina, die während des kroatischen Unabhängigkeitskrieges in den von Serben bewohnten Gebieten Kroatiens gegründet wurde. Nahezu alle Kroaten wurden aus diesem Gebiet gewaltsam vertrieben.

Kurzer Rückblick in die Geschichte: Die Serben auf kroatischem Boden waren Nachkommen serbischer Bauernsoldaten, die dort von den Habsburgern im 16. und 17. Jahrhundert angesiedelt worden waren: Sie bildeten die Militärgrenze Österreichs zum Schutz gegen das benachbarte Osmanische Reich.

Bei der Rückeroberung durch die kroatische Armee (Operation Oluja vom 4. bis 7. August 1995) wurde die Krajina zum Kampfgebiet. Schon am 4. August, also bevor sich die Niederlage der Serbischen Republik Krajina abzeichnete, forderte deren Präsident Milan Martić die Bürger per Erlaß auf, ihre Heimat zu verlassen. Die meisten von ihnen wurden im serbischen Teil Bosniens und in Serbien, dort vor allem in der Vojvodina, angesiedelt.

Nach dem Krieg bemühte sich Kroatien um ihre Rückkehr, und etwa 120.000 dieser Serben sind bisher zurückgekehrt. In der kroatischen Verfassung sind für die serbische Minderheit explizit umfangreiche Minderheitenrechte garantiert, etwa die feste Mindestzahl von drei Sitzen im Parlament (Sabor) unabhängig von Wahlergebnissen.

Krajina-Präsident Milan Martić wurde vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien wegen seiner Taten bei der Vertreibung der Kroaten aus der Krajina (und wegen eines von ihm befohlenen Streubombenangriffs auf Zagreb) rechtskräftig zu 35 Jahren Haft verurteilt. Der kroatische General Ante Gotovina, einer der Befehlshaber der Operation Oluja, wurde letztinstanzlich freigesprochen, weil ihm keinerlei Verbrechen bei der Rückeroberung der Krajina nachgewiesen werden konnten. Gotovina wird in Kroatien als Volksheld verehrt.

Nationalpark Plitvicer Seen (Lika) auf der OSM-Karte

Niko Bete - Ante svi smo za te 2010 (Lied für Ante Gotovina, 3 Min.)

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